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»Zeit essen Texte auf«

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Reportage
zuerst erschienen 2020 in Das Wetter – Magazin für Text und Musik Nr. 21
Tausende ineinander verkeilte, im Takt der Musik wieder auseinanderdriftende Teenager-Körper. Schweißnasse Haare, offene Münder, rote Wangen. Der Schein der Smartphone-Screens und das Flackern der Stroboskope auf den glücklichen Gesichtern. Bass im Bauch und Kreischen im Ohr. Ohnmachtsanfälle und unvollständige Schuhpaare. Ein Szenario, das beim Erscheinen dieser Ausgabe von Das Wetter undenkbar wirkt – mehr noch: Es ist ausdrücklich untersagt. Das wegen der Corona-Pandemie von Bund und Ländern ausgesprochene  Veranstaltungsverbot macht auch vor der Musikindustrie keinen Halt: Die großen Festivals sind zu Redaktionsschluss abgesagt oder werden verschoben, ebenso Touren und Konzerte. Bevor es so weit kam, wagten wir allerdings einen ausführlichen Blick hinter die Kulissen einer der größten deutschen Konzert-Produktionen 2020: RIN’s Nimmerland-Tour. Der folgende Text ist aufgrund der globalen Umstände eine etwas wehmütige Liebeserklärung an das Gemeinschaftserlebnis Konzert und an all die Menschen, die bis vor kurzem hinter den Kulissen gearbeitet haben, um diesen Zirkus zum Leben zu erwecken.

Intro

Deutscher Rap wird heute anders auf die Bühne gebracht als noch vor fünf Jahren. Wie genau, dafür ist RIN ein gutes Beispiel. Schon sein erster Auftritt beim splash!-Festival 2016 war anders. Anders insofern, als dass sowohl auf, als auch vor der Bühne Dinge zu beobachten waren, die man von Rap-Konzerten so einfach nicht gewohnt war. Aus den Boxen dröhnten Songs wie Blackout oder Bros, über die RIN an den richtigen und auch mal richtig-falschen Stellen mit Auto-Tune auf Anschlag drüber rappte, schrie und sang. Was den Realkeepern und Golden-Era-Nostalgikern, die gerade auf dem Zeltplatz mit Bierbong-Exzessen beschäftigt waren, vermutlich die AF-1 ausgezogen hätte, sorgte hier vor der Bühne jedoch für Begeisterungsschübe. Ein riesiger Menschenmob grölte aus vollem Hals jede Zeile und jede Adlib unter das Zeltdach und pogte sich dabei an den Rand des kollektiven Kollaps.

Drei Jahre später ist RIN ein Superstar – vor allem, was den Status als auch die Zahlen angeht: Jeweils vier Gold- und vier Platinauszeichnungen für Songs wie BrosMonica Bellucci und Dior 2001, die 1LIVE Krone für das Album EROS. Im Dezember 2019 stieg er mit seinem zweiten Album Nimmerland auf Platz Drei der deutschen Albumcharts ein. Am gleichen Abend spielte er in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart, etwas mehr als zwanzig Kilometer von seinem Heimatort Bietigheim-Bissingen entfernt, vor zehntausend Leuten das bisher größte Konzert seines Lebens. Im Februar 2020 ging es schließlich auf die Tour zum Album durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Mit sechzehn Shows, über fünfundsiebzigtausend verkauften Tickets, hoch verlegten Gigs und zwei Zusatzkonzerten in Köln die bis dahin erfolgreichste Tour seiner Karriere.

RIN ist längst kein Hype mehr, sondern ein Live-Phänomen“, erklärt Ilke Ulusoy, Head of Touring & Festival-Booking bei Bomber der Herzen, der Agentur, die sich seit Jahren um die Touren und Konzerte von RIN, aber auch SSIO oder Joy Denalane kümmert. „Es gibt meiner Meinung nach nur wenige Künstler, die den Spagat zwischen einer nahbaren und trotzdem professionellen Performance so auf die Bühne bekommen und die Menschen von der ersten Sekunde an in den Bann ziehen können, wie er. Ich habe selten erlebt, dass Fans schon Stunden, manchmal sogar Tage oder Wochen vorher derart im Modus sind und mit einem Künstler gemeinsam feiern wollen, und vor allem in eine eigene Welt eintauchen und alles, was sie sonst beschäftigt, kurz mal liegen lassen. RIN liebt, was er da im Studio und am Ende auch auf der Bühne tut. Das merkt man einfach und lässt sich davon mitziehen.“

Was er damit meint: RIN hat es geschafft, seine Musik auf die Bühne zu bringen und daraus mehr als einfach nur ein Konzert zu machen. Die Nimmerland-Shows sind nicht einfach nur die Aufführung eines Albums mit eventueller Zugabe und der Option auf den Kauf eines überteuerten T-Shirts oder der Möglichkeit, ein Foto mit seinem Star zu machen. Ein RIN-Konzert, das ist – so banal das auch klingen mag – ein Erlebnis.

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Davon ist an diesem Nachmittag im Februar 2020 vor dem E-Werk in Saarbrücken noch nicht viel zu merken. Vereinzelt stehen erste Fans am Absperrgitter. In der Halle ist der Aufbau im Gange. Dafür, dass genau der Tag für Tag reibungslos abläuft, ist Produktionsleiter Tim Humpe zuständig. „Wir kommen mit zwei Bussen für die Crew und vier Trucks für die Technik an der jeweiligen Location an“, erklärt er. „Um acht Uhr geht es in die Halle, wo erstmal die Räumlichkeiten und Ladewege angeschaut, alles Wichtige mit dem örtlichen Veranstalter sowie dem technischen Leiter des Hauses besprochen und daraufhin der schon bestehende Tagesplan angeglichen wird. Um acht Uhr dreißig wird der erste Truck mit dem Rigging und dem Catering entladen. Das ist wichtig, damit der Kaffee für die Techniker schnell am Start ist. Um neun Uhr werden die Motoren im Dach der Halle angeschlagen und bis neun Uhr dreißig gehen die ersten Traversen in die Luft, damit die Bühne schnell wieder frei ist. Dann werden die anderen drei Trucks mit Licht, Tontechnik und Bühnen-Set entladen und installiert.“

Ein erster Soundcheck wird anschließend vom FOH-Tonmann durchgeführt. Der hat diverse Shows von RIN aufgenommen, auf die er am nächsten Tag in einer neuen Halle zugreifen kann. So kann er, ohne dass RIN auf der Bühne steht und in ein Mikro rappt, schon mal checken, wie der Sound in der Halle ist, erste Anpassungen vornehmen und das Feintuning machen. RIN braucht dann erst am Nachmittag auf die Bühne kommen und kann noch mal einen richtigen Soundcheck machen. Während RIN am Abend auf der Bühne steht, hat Tim im besten Fall frei.  „Gegen Ende der Show bereiten wir dann den Load-Out vor. Die Helfer und Rigger werden eingeteilt, damit der Abbau reibungslos abläuft. Sobald die Show vorbei ist, muss der Bereich vor der Bühne möglichst schnell geräumt werden, damit der Abbau losgehen kann. Wir wollen die Leute natürlich nicht rausschmeißen, aber bis die LKWs nach der Show geladen sind, dauert es eben mindestens zwei bis zweieinhalb Stunden.“

Als Produktionsleiter weiß Tim auch über alle technischen Komponenten Bescheid. Als technischer Dienstleister für die Produktion wurde die Firma PRG beauftragt. Zur Beschallung ist ein Meyer-Sound LEO Line-Array System auf der Tour. Und wie steht es um das Licht? „Das dreidimensionale, in weiß gehaltene Bühnenbild wird eingerahmt durch eine ganze Reihe von SGM P-6-Flutern und X4-Bar 20 von GLP. In jeder Rille der Kulisse sind mehrere TitanTubes von Astera verbaut. Die ‚Monde‘ im Hintergrund bestehen aus circa hundert GLP X4 Impression Fixtures. Von den Seiten kommen PRG Icon Edge Hybrid Movinglights geflogen und gestellt an den jeweiligen Bühnenseiten zum Einsatz. Stroboskopeffekte erledigen die GLP JDC-1. RIN selbst wird durch Clay-Paky Scenius Profile Spots in Szene gesetzt, angesteuert durch ein ‚Follow-Me‘-System, das ihn bei jeder Bewegung auf der Bühne verfolgt. Der Bühnenbelag ist ein rutschfester Hochglanz-Tanzboden, der das Licht reflektiert, was das Ganze noch ein bisschen außerirdischer wirken lässt. An Special Effects gibt es eigentlich nur CO2-Jets, die für Nebel sorgen. Ansonsten ist alles sehr clean gehalten.“

Die Lichtshow ist dabei auf Timecode durchprogrammiert. „Das heißt, dass jeder Akzent der Show mit einem Lichteffekt synchronisiert wird. Eine Präzision, die RIN sehr wichtig war, weil so jeder Beat, jeder Hi-Hat-Akzent auch visuell wirkt. Von Menschenhand ist das nicht einfach zu machen. Das geht eben nur mit einer Timecode-Show.“ Aber natürlich könne man auch während der Show am Lichtpult spontan reagieren, zum Beispiel, wenn RIN mit dem Publikum interagiert.

Anruf bei Clemens Loeffelholz, aus dessen kreativer Feder das Bühnendesign und Lichtkonzept stammt. Der Dreißigjährige entwirft die Bühnenbilder und Beleuchtungskonzepte für Bands wie Bilderbuch und AnnenMayKantereit, aber auch Trettmann, Tua, CRO und RIN, mit dem er schon für dessen Megatron-Tour zusammengearbeitet hat. Im Herbst 2019 schauten Clemens und seine Mitarbeiter Stefan Troendle und Taimur El Khorazaty zum ersten Mal bei RIN im Studio vorbei, um mit ihm über die Nimmerland-Tour zu sprechen. Mit im Gepäck: Jede Menge Eindrücke aus allen erdenklichen Peter Pan-Filmen und natürlich Fragen: Wie sieht das Nimmerland von RIN aus? Muss man die Motive ganz direkt nutzen oder kann man sie abstrahieren? „Das Nimmerland“, sagt Clemens, „ist ja eigentlich eher romantisch und kindlich. Gleichzeitig hat RIN immer den Anspruch, dass alles ein bisschen drüber ist. Also haben wir überlegt, wie man aus diesen Vorgaben etwas konzipieren kann, das beiden Ansprüchen gerecht wird.“

Ein paar Moodboards später ist klar, dass sich vor allem an einem Bild orientiert werden soll: Die Insel, der Baum und – aus Platzgründen – zwei der eigentlich drei Monde. Alles Elemente, die sich cool abstrahieren lassen, aber gleichzeitig trotzdem noch gut les- und nachvollziehbar bleiben. Cool abstrahieren, das heißt, dass sämtliche Elemente in weiß gehalten sind und ihre eigentliche Struktur aufgefächert wird. Einflüsse dafür seien unter anderem die glühende, große Sonne aus dem Weather Project von Ólafur Eliasson in der TATE, verschiedenste Burning-Man-Installationen, sowie der Modellbau und innenarchitektonische Entwürfe gewesen.

Das Bühnenbild erzählt also die Story – auch durch Licht. Das ist der Grund, warum Clemens und sein Team das Nimmerland nicht einfach eins zu eins – der Landschaft einer Modelleisenbahn oder einem Filmset gleich – nachbauen, sondern es weiß halten. Der Vorteil: Man kann das Bühnenbild einfärben. Insofern wichtig, als dass sich das Licht über das gesamte Konzert hinweg verändert und von einem hellen Sonnenaufgang zu einem roten und blauen Sonnenuntergang verläuft. Und noch einen Vorteil hat das blanke Bühnenbild: „Würde man einen grünen Berg auf die Bühne stellen, sähe er – egal, mit welcher Farbe er beleuchtet wird – nur weiß oder braun aus. Außerdem erlaubt das Weiß, verschiedene Farbkombinationen gleichzeitig – etwa einen roten Mond oder einen blauen Berg – zu realisieren.“

Das Licht sei aber längst nicht nur dafür da, unterstützend auf das Bühnenbild zu wirken. Es verstärkt vor allem auch die Musik – egal ob die heftigen Drops oder ruhige Passagen. Effektlicht nennt Clemens das. Mit dem szenischen Licht könne man außerdem die Kulisse und vor allem auch den Künstler beleuchten. „Eine Band wie Bilderbuch kannst du auch auf eine leere Bühne in einen leeren Raum stellen und es passiert so viel, dass du immer genügend zum Gucken hast“, erklärt Clemens.“ Aber bei Rap und RIN, wo es darum geht, komplett im Moment zu sein und sich für kurze Zeit selbst visuell und klanglich zu überfordern, muss mehr passieren. Es muss kurzzeitig mal laut und hell und grell, aber dann auch wieder leise, ruhig und still werden. Genau wie es die Drops und das Reinsteigern gibt, braucht es auch die Pausen. Es muss eigentlich die ganze Zeit von null auf hundert und wieder zurück und dann wieder auf hundert gehen.“

Aus all diesen Aspekten entwickeln Benjamin und sein Team einen groben Set- und Lichtplan, basierend auf dem daraufhin ein 3D-Modell programmiert wird, mit dem im Anschluss jeder Song und die gesamte Show simuliert wird. Nachdem alle Komponenten beisammen sind, wird das Modell in die Realität und auf die Bühne übertragen und die gesamte Show noch einmal unter realen Bedingungen getestet. „Eine Farbe, die von einem Computer generiert wird, wirkt immer anders, als eine Lampe, die im real life scheint“, sagt Clemens. „Da muss man dann eben schauen, ob das Blutrot wirklich so blutrot ist, wie wir es haben wollen und jede Farbe, jede Nuance und die entsprechenden Wirkungen durchgehen.“

Die große Frage, die sich stellt: Merkt der Zuschauer das alles eigentlich? Bekommt er mit, wie die Farben im Laufe der Show changieren, wie die Akzente in Licht und Musik zusammenspielen? Wie viel Arbeit in der Konzeption eines Konzertes liegt? Eher nicht. Das weiß auch Clemens Loeffelholz. Ihm ginge es vielmehr darum, dafür zu sorgen, dass alles so stimmig wird, dass gar nicht auffalle, wie die Show konzipiert worden ist.

Oben im Produktionsbüro sitzt Michi Ludes, seines Zeichens Tourleiter. Früher hatte er selbst eine Band, mit dem Namen Mikroboy, mittlerweile tourt er mit Künstlern wie RIN. Was er hier macht? In seiner Insta-Bio steht „Reiseleiter für gastspielreisende Künstler“. Michi lacht. „Was mein Job als Tourleiter ist, habe ich bis heute auch noch nicht so ganz verstanden. Ich laufe rum, unterhalte mich mit allen, spüre der Stimmung nach und sorge dafür, dass ich immer ganz genau weiß, was bei wem gerade los ist, wer noch was braucht und sorge dafür, dass sich alle miteinander verstehen.“ Außerdem sei er auch das Bindeglied zwischen RIN und der mittlerweile dreißigköpfigen Crew, die während der Tour Tag für Tag für ihn arbeitet.

„Dafür, dass RIN so ein großer Künstler ist, ist er immer noch wahnsinnig pflegeleicht“, sagt Michi. „Wenn man sich den Backstage anguckt, dann stehen da vier Dosen Fanta und vier Flaschen Wasser drin. Die krasse Obstplatte oder irgendwelche speziellen Wünsche sucht man vergebens.“ Wichtig sei eigentlich nur das Frühstück: Rührei mit Brötchen – und zwar egal, ob um elf oder achtzehn Uhr. „Ein Tagesablauf auf Tour ist zwar routiniert, aber doch immer unterschiedlich. An manchen Tagen gibt es tausend Sorgen, an anderen ist überhaupt nichts los. Manchmal hängen die Jungs den ganzen Tag im Backstage ab, an anderen gehen sie noch shoppen oder in ein besonderes Restaurant.“

Was immer gleich bleibt: Vor der Show schaut Michi regelmäßig nach RIN. „Es gibt auch Künstler, die vor einem Auftritt total in the zone sein müssen. Das ist bei RIN ganz anders. Der verquatscht sich auf dem Weg zur Bühne oder steht noch Sekunden bevor es losgeht an der Treppe und checkt seine DMs. Vielleicht ist das sogar ganz gut, weil er manche Sachen sonst zerdenken würde.“ Während der Show steht Michi am Bühnenrand und ist der Ansprechpartner für RIN: Mehr Handtücher, ein neues Wasser, kein Sound auf dem In-Ear. „Mittlerweile haben wir das alles aber so organisiert, dass eigentlich alles von alleine läuft und ich stehe da nur noch für den Placebo-Effekt“, sagt Michi und lacht.

Michi begleitet RIN seit 2017 auf Tour. Bei den ersten Shows – Rock am Ring und Rock im Park, damals noch um zwölf Uhr mittags, seien er, RIN, Minhtendo und der FOH-Mann noch mit einer E-Klasse zu den Konzerten gefahren. Kein Vergleich zu heute. „Was bei den Konzerten von RIN vor der Bühne passiert, ist mit nichts zu vergleichen, was ich bis dahin aus dem Rap kannte“, sagt Michi. „Mich hat das viel mehr an die Hardcore-Shows in meiner eigenen Jugend erinnert: Nations on Fire im JuZ – und alle rasten komplett aus. Fast niemand hat auf die Bühne geschaut, weil nicht wichtig war, was dort passiert ist. Es ging vielmehr um die Energie im Raum. Das ist eigentlich ja eine total geile Rückbesinnung: Diese Menschen, die sich oft im virtuellen Raum aufhalten, stehen da plötzlich wieder Schulter an Schulter in der analogen Welt.“

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Gestern war off day, also ein Tag ohne Konzert, deshalb kommen die Jungs heute direkt aus Bietigheim-Bissingen nach Saarbrücken. Der erste, der den Backstage betritt, ist Martin Tamba, den meisten vermutlich eher als Brownshootta bekannt. Er hat die Fotos zu dieser Coverstory beigetragen. Einblicke, die man sonst eher selten bekommt. Denn: RIN und er kennen sich seit zehn Jahren. Drei davon begleitet er ihn als Fotograf eigentlich überallhin – ins Studio genauso wie auf Tour. Genauso hat er auch schon Ufo361, Jorja Smith oder Yung Hurn vor der Kamera gehabt oder mit großen Firmen zusammengearbeitet. In Aachen geboren und ein paar Teenagerjahre in der Heimat seines Vaters, Gambia in Westafrika, verbracht, zieht Brownshootta zurück nach Deutschland. Genauer: Bietigheim-Bissingen, wo er Anschluss an den Freundeskreis von RIN findet.

„Ich war schon immer eher der visuelle Typ, während RIN sich mehr für Musik interessiert hat. Aber ich würde schon sagen, dass wir über die Musik eine Verbindung hatten“, erinnert sich Brownshootta. Man hängt rum, ein paar Jungs, wie zum Beispiel CAZ oder Lucky Looks, rappen auch und machen beim VBT mit. RIN ist da noch gar nicht involviert. „Dass Freunde von mir bei diesem Turnier mitgemacht, ihre Videos auf YouTube gestellt haben und das die Szene auch noch interessiert hat, war für mich schon peak. Es ging gar nicht darum, damit erfolgreich zu werden.“

Während andere sich im Rap kreativ betätigen, interessiert sich Brownshootta mehr für visuelles. Er zeichnet viel, macht sein Fachabitur im Bereich Grafikdesign und im Rahmen dessen auch einen Fotografiekurs. Der gefällt ihm so gut, dass er sich einen Ferienjob sucht und von den dort verdienten tausend Euro seine erste Kamera kauft. „Irgendwann hat mich nicht mehr nur die Fotografie an sich interessiert“, erinnert Brownshootta sich. „Ich wollte wissen, wie andere Musikfotografen arbeiten.“ Chi Modu, den man für seine ikonischen Bilder von 2Pac kennt, aber genauso auch Gunner Stahl.

Brownshootta begleitet RIN mit ein paar Freunden durch den Festivalsommer 2017 und macht dabei immer wieder Bilder von den Shows und im Backstage. Am Ende der Saison fragt RIN, ob er nicht Lust habe, ihn bei seiner anstehenden Hallentour zu begleiten. „Zwischen RIN und mir gibt es eigentlich nicht so etwas wie ein Arbeitsverhältnis im eigentlichen Sinne“, sagt Brownshootta. „Ich bin einfach immer mit dabei und nutze fotografisch jede Möglichkeit, die sich mir bietet.“

Wer die Bilder zu diesem Artikel sieht oder jene Arbeiten kennt, die Brownshootta oder auch RIN immer wieder auf Instagram teilen, dem fällt stilistisch gleich die unumwundene Direktheit auf. Analogfotografie, viel Blitz, wenig Schnickschnack. „Viele Fotografen benutzen ungerne einen direkten Blitz, weil das ihrem Empfinden nach für einen unnatürlichen Look sorgt“, sagt Brownshootta. „Aber mich stört das nicht. Ich sehe keinen Anspruch darin, so realistisch oder natürlich wie möglich zu arbeiten. Im Gegenteil: Ich fotografiere die meiste Zeit ja eher RIN als Renato, weshalb ich denke, dass ich gut mit solchen künstlerischen Veränderungen arbeiten kann.“

Wichtig ist dafür auch die Hardware. Irgendwann tauscht Brownshootta die Digitalkamera gegen eine Leica Minizoom. Mittlerweile habe er bestimmt zehntausend Euro für analoges Equipment ausgegeben. Woher rührt dieses Faible in Zeiten von Smartphones und Instagram? „Ich glaube, ich mag den Style, weil das ein bisschen der mood von uns allen ist“, sagt Brownshootta. „Wir sind Neunziger-Kinder und diese Ästhetik spricht uns deshalb besonders an.“

An der analogen Fotografie möge er aber noch etwas anderes: Den Workflow und das Ergebnis. „Wenn ich arbeite, bin ich gerne in meiner Welt und mache das nur für mich. In dem Moment, in dem ich ein Foto mache, bin ich der einzige, der durch die Kamera schaut und auch derjenige, der das Ergebnis ein paar Tage später, nach der Entwicklung, als erster zu sehen bekommt. Ich mag das. Bei Digitalkameras hat mich schon immer gestört, dass nach jedem Bild alle immer zu mir gekommen sind und das gemachte Foto auf dem Bildschirm anschauen wollten. Der Fotografierte hat ja meist einen ganz anderen Anspruch an das Bild als der Fotograf. Mir gefällt es, dass diese verschiedenen Ansprüche mit der analogen Fotografie wegfallen und das Ergebnis in Form des entwickelten Fotos am Ende einfach feststeht.“

Auch das anschließende Bearbeiten steht im Gegensatz zur Social-Media-Schnelllebigkeit. Jetzt gerade etwa arbeite er an Bildern, die er vor einem halben Jahr geschossen habe. „Ich mache die Fotos, entwickele sie, schaue alle durch und scanne sie anschließend selber ein. Wenn das mehrere Filme sind, kann das schon mal ein paar Nächte dauern.“ Anschließend lässt er sie eine Weile liegen und schaut noch mal drauf. Dann werden die besten bearbeitet. Farbfindung, abdunkeln, aufhellen. „Durch das Liegenlassen kann ich viel besser bewerten, welche Bilder wirklich wertvoll sind. Ein Foto, das im ersten Moment relevant erscheint, ist ein paar Monate später schon wieder bedeutungslos – oder vielleicht fällt mir auf, dass ein Foto vielleicht technisch nicht besonders anspruchsvoll ist, aber ich einen besonders wertvollen Moment eingefangen habe.“

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Im Backstage nebenan sitzt Minhtendo, seines Zeichens Live-DJ und Produzent in Personalunion. Er begleitet RIN nicht nur seit mehreren Jahren auf der Bühne, sondern hat sowohl Großtaten wie den Dizzee Rascal Type Beat-Beat auf dem EROS-Album als auch ein Gros der Produktionen auf dem aktuellen Album Nimmerland zu verantworten. Eigentlich kommt Minh aus Ludwigsburg, aber weil er das Berufskolleg in Bietigheim-Bissingen besucht und auch dort im H&M arbeitet, ist es nur eine Frage der Zeit, bis er vor Ort Kontakte knüpft und Beats für Rapper wie Lucky Looks produziert. „Irgendwann, das muss so 2012 gewesen sein, saß ich nach dem Arbeiten an der Bushaltestelle und habe auf den Bus nach Ludwigsburg gewartet, als RIN vorbeikam, und mich nach einer Zigarette gefragt hat. Wir kamen ins Gespräch und es stellte sich raus, dass er sogar wusste, wer ich bin“, erinnert sich Minh. Durch Lucky Looks laufen sich RIN und Minh im Studio von CAZ über den Weg – der Rest ist: Geschichte.

Ob er vor den Shows aufgeregt sei. „Nein, eigentlich nicht“, sagt Minh. „Ich gehe in Gedanken noch mal alles für mich wichtige durch. Aber Lampenfieber habe ich gar nicht. Warum auch? Ich bin ja ohnehin im Hintergrund. Ich habe zwar ein Mic, in das ich ab und an etwas sage, um die Stimmung auf einem Level zu halten – aber ich bin nicht dafür da, um die Leute zu entertainen. Egal ob fünftausend oder fünfzigtausend Leute vor der Bühne stehen: Der Job ist eigentlich easy und solange ich nicht irgendeinen Schwachsinn ins Mic rufe, kann eigentlich nichts passieren – und wenn doch, sprechen wir das gleich nach der Show kurz durch.“

Wenn man Minh so zuhört, wie er den Ablauf vor, während und nach den Shows schildert, dann klingt das im positiven Sinne nach Routine. Nach einem Job, den man gerne macht und der einem gut von der Hand geht. Dass er davor nicht nervös ist, glaubt man ihm. Das Problem sei ein anderes: RIN, Brownshootta und er seien trotzdem den ganzen Tag über mit der Show beschäftigt. In Gedanken genauso wie in Gesprächen zwischen den Türen und Angeln des Tourbusses und der jeweiligen Backstageräume. „Wir drei sind im Kopf eigentlich immer bei der Arbeit. Das heißt nicht, dass wir die ganze Zeit gestresst sind, aber eine gewisse Grundspannung ist schon da – einfach, weil man weiß, dass man jeden Abend auf die Bühne muss.“

Was – oder besser gesagt: wer – dagegen hilft, ist Dimos. „Dimos ist immer dabei – egal ob im Studio, bei der Entstehung der großen Hits oder jetzt auf Tour“, erklärt Minh. „Er ist der Ruhepol der Gruppe und außerdem eine große Hilfe, weil er sofort alles für uns klären kann.“ Trotzdem sei Dimos mehr als nur ein Laufbursche, sondern vielmehr ein Teil der Gruppe. „Ich habe schon oft darüber nachgedacht, warum Dimos so wichtig ist. Ich glaube, es liegt daran, dass er mit der eigentlichen Show nichts zu tun hat. Dimos ist eine Art Verbindung in die normale Welt“, sagt Minh. „Wenn man auf ihn trifft, weiß man, dass man mal kurz chillen kann und alles andere egal ist. Ich muss mit ihm nicht über den Ablauf der Show oder meinen Job als DJ reden, sondern einfach über normalen Kram. Wenn wir ihn nicht hätten, wären wir viel nervöser und aufgeregter.“

Dimos kommt, natürlich, auch aus Bietigheim-Bissingen und kennt RIN, seit er zwölf oder dreizehn ist. „RIN war eine Generation jünger als ich, aber wir haben trotzdem immer zusammen in der gleichen Straße rumgehangen und Scheiße gebaut. Wir haben uns eigentlich auf Anhieb gut verstanden. Seine Eltern haben eine Gaststätte und meine auch – dementsprechend wussten wir beide, wie das Leben des anderen und von dessen Familie in der Gastronomie aussah. Bis frühmorgens arbeiten, am Wochenende arbeiten – eigentlich immer arbeiten“, sagt Dimos und lacht. Sein Vater betreibt die mittlerweile berühmte und in jeder Rap-Reportage über Bietigheim-Bissingen eine zentrale Rolle spielende Kneipe am Ort, in der auch die Goldenen Schallplatten von RIN und Bausa hängen.

Dimos erzählt davon, wie er RIN und all die anderen Kumpels kurz nach dem Release von EROS gemeinsam im Italien-Urlaub waren und das Release gefeiert haben. Er hat noch Videoaufnahmen davon, wie sie an der Klippe saßen und das Album gehört haben. Manchmal filme er auch jetzt noch die Shows. Währenddessen konzentriere er sich total auf die Kamera, aber wenn er dann mal kurz ins Publikum gucke, kann er überhaupt nicht fassen, was da abgeht.

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Aus dem Backstage geht es an der Bühne vorbei hinter das E-Werk, wo neben den vier Trucks für die Technik und das Bühnenbild auch die beiden Busse für Künstler, Entourage und Crew geparkt sind. Im unteren Bereich des einen Nightliners hat RIN es sich gemütlich gemacht. Auf dem gemuteten Fernseher läuft Bares für Rares mit Horst Lichter, vor ihm qualmt eine zu drei Vierteln gerauchte Zigarette der Marke Marlboro Rot im Aschenbecher. RIN wird sich – das dürfte keine große Überraschung sein – im Laufe des Gesprächs noch einige davon anzünden.

Das Gespräch dreht sich um dieses und jenes. Gute PlayStation-Spiele wie The Witcher 3, Glaube, Spiritualität und Uhren. RIN hat sich gerade erst ein neues Exemplar gekauft: Die Octo Finissimo Skeleton aus Keramik von Bulgari. Mit extraflachem, mechanischen Manufakturwerk, Handaufzug, kleiner Sekunde, Finissimo-Kaliber und fünfundsechzig Stunden Gangreserve. Außerdem ein mit vierzig Millimetern extraflaches Gehäuse aus schwarzer Keramik, transparentem Gehäuseboden, einer Krone aus schwarzer Keramik mit Keramik-Intarsie sowie schwarzem Keramikarmband mit Faltschließe. Kostenpunkt: Gut fünfundzwanzigtausend Euro.

„Eigentlich mache ich so etwas erst nach der Tour – um runterzukommen“, sagt RIN. „Natürlich weiß ich auch, dass das eigentlich nichts bringt – aber manchmal hilft es einem doch.“ Er lacht. Eigentlich fahre er nach Tour aber eher in den Urlaub. Rausgehen, in die Sonne und sich aufladen. Manchmal setze er sich auch direkt an neue Musik und versuche, die Eindrücke zu verarbeiten. Gemeint sind damit weniger die eigentlichen Konzerte als das ganze Drumherum. Vielleicht deshalb jetzt mit ein bisschen Abstand zu den letzten Auftritten die Frage: Wie fühlt man sich, nachdem man vor mehreren tausend Menschen abgerissen hat?

„Das ist schon schwer zu fassen“, sagt RIN. „Eben sitzt du noch in einem kleinen Backstage-Raum mit deinen Jungs, dann stehst du vor tausenden Leuten, die komplett durchdrehen, anschließend hockst du in einem Bus auf gefühlten fünf Quadratmetern, der dich in die nächste Stadt bringt. Die unterschiedlichen Gefühle und Emotionen, die man da innerhalb von drei Stunden erlebt, sind abnormal.“ Mit der körperlichen Beanspruchung komme er mittlerweile klar. Wie ein Tag abläuft, wann man am besten essen und schlafen muss. Aber die psychische Beanspruchung sei krass.

„Du gibst diesen Menschen ja auch jeden Abend ein Stück von dir. Diese Leute zehren von deiner Energie. Wenn du abgehst, dann gehen sie auch ab – und auch, wenn sie nach Hause gehen, haben sie noch ein Stück davon bei sich. Das will ich ja auch erreichen. Aber wenn ich nach der Tour zuhause ankomme, bin ich innerlich einfach tot und leer. Die meisten lassen dieses Gefühl aber überhaupt nicht zu oder versuchen, mit Drogen und Party dagegen anzugehen. Nur damit verdrängt man das Gefühl ja auch nur, ehe es zu einem späteren Zeitpunkt wieder hochkommt. Das ist nichts für mich und auch der Grund, warum ich mich auf Tour, aber auch generell nur mit einem kleinen Umfeld von Menschen umgebe, die ich gut kenne und denen ich vertraue.“

Auch, falls die Konzerte irgendwann mal nicht mehr ausverkauft sein sollten und die Streams nicht mehr acht- oder neunstellig sind. „Ich glaube, dass schlechte Zeiten einen positiveren Einfluss auf dich als Mensch haben“, sagt RIN. „Wenn du keinen Erfolg hast, lässt dich das klarer denken und zu dir selbst zurückkommen – die bedingungslose Akzeptanz und das Abfeiern durch die Fans hingegen blendet dich auf lange Sicht.“ Der Anteil an echten Fans, die einen wirklich verstehen, die nachvollziehen können, warum man die Musik so macht, wie man sie eben macht, sei geringfügig klein.

„Wenn du Erfolg hast, erreichst du nun mal mehr Menschen und verlässt diesen kleinen Kreis aus Leuten, die das alles durchdringen. Wenn man den Mainstream erreicht, hat man es mit einer großen Masse an Menschen zu tun, die Musik ja auch ganz anders konsumieren und sich gar nicht so tiefgehend mit deiner Kunst beschäftigen. Der Großteil der Menschen hört einfach nur einen Song – und der gefällt ihm so gut, dass er den ein paar Wochen oder auch Jahre hört. Aber dann war es das auch. Am Ende muss man sich immer klarmachen: Nichts von dem, was du in deiner Karriere bekommst, ist echt – weder der Hass noch die Liebe.“

Es ist interessant, RIN in den letzten Jahren beobachtet zu haben. Das erste Mal laufen der Reporter und er sich im Februar 2016 in einer Altbauwohnung in Berlin-Neukölln, im Rahmen eines Interviews mit dem gesamten Live-From-Earth-Kollektiv, dem er damals angehörte, über den Weg. Der Fokus liegt zu der Zeit klar auf Yung Hurn. Als einen guten Monat nach dem Interview die Genesis-EP von RIN über das Label veröffentlicht wird und noch mal zwei Monate später Bianco erscheint, ändert sich das schlagartig. Noch im selben Jahr folgen erst die Trennung von LFE und dann das Signing bei DIVISON. Vier Jahre später ist RIN ein Star – mit Streams und Status, mit Gold- und Platinplatten, mit kollabierenden Fans bei ausverkauften Konzerten. Aber ihn derart reflektiert über diesen Zirkus sprechen zu hören und zu sehen, wie er sich mit seinen BFFs aus BB umgibt, ist schlicht bemerkenswert. Mag sein, dass die Uhren mittlerweile teuer geworden sind und der Mercedes jetzt von selbst hält, – RIN lässt sich von all dem nicht beeindrucken.

Genauso wenig wie von den Unkenrufen, die immer wieder zu hören sind, wenn man von seinen Live-Shows spricht: Was sei das denn bitteschön für ein Rap-Konzert, wenn der Künstler einfach nur seine eigenen Songs laufen lasse und ab und an mit effektverzerrter Stimme seinen eigenen Back-Up mime. Lächeln bei RIN. „Ich weiß um die Limitierung meiner Stimme. Ich weiß, dass ich kein krasser Sänger bin – also versuche ich auch gar nicht, das zu sein, sondern benutze die Waffen, die ich habe. Einerseits sind das die Effekte, die ich ohnehin in meiner Musik nutze, andererseits ist das die Gesamtheit der Show, die auffängt, was ich vielleicht stimmlich nicht leisten kann. Dafür schäme ich mich aber auch nicht, weil ich ja trotzdem alles, was ich habe in die Musik und die Shows stecke.“

Entscheidend sei aber noch eine andere Sache. „Die Leute wollen überhaupt nicht, dass ich vorne am Bühnenrand stehe und jedes Wort aus jedem Song glasklar performe“, sagt RIN. „Denen geht es um das Gefühl. „Ich glaube, dass mir die Konzerte eine Möglichkeit geben, den Leuten die Alben noch ein bisschen näher zu bringen. Live ist das alles viel gewaltiger. Viel Licht, viel CO2 – und viel Bass. So einen Bass wie hier spürst du ja nicht daheim, wenn du die Musik auf deinen AirPods hörst. Aber wenn du nachher im Publikum stehst und Vintage hörst, dann ist das einfach ein ganz anderer Song. Im Grunde ist die Tour eine Reinterpretation des Albums. Hier bin ich in Kontrolle und kann den Fans meine Vision von dem Album, seinem Sound, seinem Look und seiner Wirkung vermitteln. Wenn jemand das Album nach der Show mit anderen Ohren hört, dann wäre das für mich wirklich das Nonplusultra.“

Zurück im Backstage. RIN und die Jungs hängen gemeinsam in einem der Räume. Zigaretten werden angezündet, Insiderjokes machen die Runde und Brownshootta schnell noch ein paar Fotos. Durch die massiven Backsteinwände dringt der Bass des Warm-Up-Sets von DJ D_Lane. Als es noch gut fünfzehn Minuten bis zur Show sind, verabschieden sich Minhtendo, Brownshootta und Dimos schon mal in Richtung Bühne. Man hört jetzt nur noch das Surren der Kühlschränke und das iPhone von RIN, auf dem Horses von PnB Rock, Kodak Black und A Boogie Wit Da Hoodie läuft.

Am Bühnenrand führt Minhtendo letzte Gespräche mit Tim und Michi. Brownshootta und Dimos gehen auf Position. Nebel schwebt aus den Maschinen ins Publikum, dessen ungeduldiges Murmeln sich mit dem Vogelgezwitscher aus den Boxen vermischt. RIN kommt aus dem Backstage die Treppe herunter. Ein letzter Blick aufs iPhone. Handshakes, Umarmungen und Rückenklopfer mit dem Team – beruhigende Rituale gegen die angespannte Aufregung. Die ersten Töne von Bietigheimication ertönen. Willkommen im Nimmerland.

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