»2016 – The Year Punk Broke«

»2016 –
The Year
Punk Broke«
Tagebuch

29.7.

Im Traum hatte ich das Gefühl, etwas stehe über mir und warte. Es war ein Traum ohne Bild, er bestand nur aus diesem Gefühl. Das Etwas war von den Abmessungen meines Bettes, in dem ich lag, und es stand wenige Meter über mir. Noch im Traum wurde mir klar, dass es der Unterwasserroboter war mit seinen Mantaschwingen, Spannbreite 2 Meter 20, von dem mir meine Regenbekanntschaft erzählt hatte. Sein Geschöpf, das mit allen seinen Kameras das Offene registriert. Es bewegte sich nicht.

Ich zwang mich dazu, aufzuwachen, um es zu verscheuchen. Um mich war es noch immer dunkel, aber ich hörte ein Lied, das ich kannte. Die Balkontüren standen offen und es regnete. Nebenan saßen welche in einem Zelt, unterhielten sich, lachten und hörten Hotel California. Ausgerechnet dieses Lied. Nach einer Weile, es war weit nach 1 Uhr, schaltete jemand mitten im Lied die Musik ab und es wurde abgeräumt. Ich wusste gar nicht, was ich schlimmer fand: Das Lied oder dass es so abgewürgt worden war.

Der Traum danach war viel weniger bedrohlich, weil bebildert; wirr und von daher nachvollziehbar. Ein Traum halt.

28.7.

Gestern nachmittag färbte sich der Himmel schwarz, dann zuckten Blitze durch die Wolken und danach fing es gleichmäßig und stark zu regnen an. Ein Licht wie am Abend, kurz nach Sonnenuntergang. Diejenigen, die nichts anderes machen mussten, fanden sich unter Markisen und Bushaltestellen ein. Vereinzelte Passanten hasteten mit Schirmen oder improvisierten Kopfbedeckungen (eine junge Frau hielt sich ihr Longboard über) vorbei. Der Straßenverkehr war beinahe zum Erliegen gekommen. Es fuhren bloß noch Busse und hin und wieder laut die Feuerwehr. Und als ob das nicht genug der Bladerunnerhaftigkeit gewesen wäre, stand ich auch noch neben einem Mann, der mir erzählte, dass er Unterwasserroboter baue. Und zwar wie bei Ridley Scott: nach den Vorbild von Tieren. Ich habe mir das Gerät wie einen Manta vorzustellen. Der Antrieb funktioniert auch wie bei dem Naturvorbild: Sein Roboter schlägt mit den Schwingen, die durch zwei starke Motoren angetrieben werden. Es ist aber für Notfälle noch ein Propellersystem eingebaut. Der Roboter wiegt 60 Kilogramm und ist so programmiert, dass er bei niedrigem Batterieladestand selbstständig an seine Aufladestation fährt und dort sozusagen abwartet, bis er weiterfahren kann. Mit mehreren Kameras ausgestattet, lässt sich nach dem Ende einer Tauchfahrt ein HD-Film in 3D auslesen. Der Roboter dient zur Erforschung der Salzhaltigkeit von Gewässern, er kann die Partikeldichte messen, um die Verschmutzung zu analysieren, er vermisst nebenbei den Grund und hilft mit seiner Datensammlung beim Anfertigen verlässlicher Karten. Eigentlich war sein Entwickler Tischler, er stieß zufällig zu dieser Firma, bei der er nun den Roboter baut. Und zwar über seine Leidenschaft für die Tierbeobachtung. Er ist hier aufgewachsen und hat schon immer gerne den Flug der Vögel studiert. Der Manta macht ja unter Wasser auch nichts anderes als fliegen. Das mit dem Regen ging ja stundenlang. Irgendwann haben wir gemerkt, dass es aufgehört hatte.

27.7.

Ich habe Muskelkater – allein der Begriff scheint mir bescheuert, denn das setzt doch voraus, dass ich zuvor eine Feier mit meinem Körper hatte, und dem ist halt nicht so. Ich mag Schwimmen nicht. Aber von daher kommt er, ich bin sogar zu schwach, um zu googeln, wie Muskelkater auf englisch heißt. Oder, bestimmt noch interessanter, auf Französisch.

Hier, auf Wordpress stehen oben im schwarzen Feld drei Befehle zur Auswahl: Inhalt, Struktur, Konfiguration – die habe ich mittlerweile jetzt derart verinnerlicht, dass ich sie gar nicht mehr wahrnehme. Ich habe vor allem noch gar nie nachgeschaut, was denn passieren würde, wenn ich mal auf Struktur tippe.

Dann war ich gestern bei der Tankstelle, um Benzin zu kaufen. Zu Fuß, was ja an sich schon etwas lächerlich ist, denn man sollte ja vorfahren, um Benzin zu kaufen (Ich weiß nicht, wie oft am Tag jemand zu Fuß auftaucht, um Benzin zu kaufen).

Und danach ging ich gegenüber an die Tankstelle für Menschen. Ich saß dort an dem langen Tisch, und nach ein paar Minuten kam eine sehr große Gruppe von Menschen, die mich fragte, ob es mich stören würde, wenn sie sich dazu setzte. Also die hatten das vor. Ich habe mich nicht getraut genau hinzusehen, weil ich den Eindruck hatte, dass die sich ohnehin beobachtet fühlten (aber es waren mindestens acht oder zehn und sie sahen sich alle ähnlich). Die Tankstelle für Menschen bietet extrem preiswerte Speisen an. Also alles, wofür es mittlerweile das Wort »herzhaft« gibt. Und der Mann, es gab auch noch einen Sohn, aber der Rest der Gruppe war weiblichen Geschlechts, trug eine Submariner und einen auffälligen Ring, sehr breit, und in der Mitte waren Brillanten eingesetzt. Mir fiel bald auf, dass die sich in einer extrem klaren Sprache unterhielten. Beinahe technisch. Und wie es mir schien: ohne Konflikthintergrund. Da existierte ein Autoritätsgefüge, das nicht hinterfragt wurde. Und es wurde mir zunehmend unwohl dabei, an diesem Tisch zu sitzen, denn mir schien das alles derart intim, dass ich wie ein ungebetener Gast mir vorkam (obwohl ich ja zuerst dort gesessen hatte). Also stellte ich die Frage, die sich mir aufgedrängt hatte: »Entschuldigung, aber sind Sie eine Familie? Sie sehen sich doch alle sehr ähnlich.«

Es gab ein kleines Kind, ein Mädchen, das mir gegenübersaß, und es aß Erdbeeren mit Schlagsahne mit einer Gabel. Alle um den Tisch nannten sie Engelchen und das wirkte kein bisschen geziert oder gekünstelt. Das war einfach der Name für dieses Kind, bis sie größer werden würde. Und der Vater sagte: »Ja, wir sind eine einzige Familie. Da sind jetzt aber auch Schwiegertöchter dabei.« Und ich sagte: »Aber selbst die sehen sich ähnlich«. Und er sagte: ja. Und ich fragte, wie sie denn angekommen waren an der Tankstelle, und er sagte: »Wir reisen in drei Autos«.

Und dann ging es um Politik und so weiter. Aber abschließend sagte seine Frau, die neben mir Platz genommen hatte: »Was glauben Sie denn, woher wir sind?«

Ich sagte:»Keine Ahnung, das interessiert mich auch nicht. Aber woher sind Sie denn?«

Und sie sagte:» Sehen Sie das nicht? Wir sind Sinti.«

Und ich sagte:»Nein, das sehe ich nicht.«

Sie sagte: »Für uns ist es auch nicht immer leicht hier, weil wir so dunkel sind.«

How beautiful you are

Nebenan gibt es einen öffentlichen Park, in dem steht eine Statue der Borussia, ich weiß gar nicht, welches Buch sie da in der Hand hält, vielleicht ist es die Verfassung, aber von der andere Hand sind alle Finger abgeschlagen. Darunter ist eine steinerne Bank, da hat jemand an die Rückwand mit Filzer geschrieben: »Jasmin ich liebe Dich.« Und spät nachts wird diese Statue so beleuchtet, dass an der Fassade meines Nachbarn eine übergroße Silhouette dieser Frauenfigur erscheint. Und dort steht eine rotlackierte Bank, auf der ich gestern saß und von der aus ich einen Kometen sah. Das geht ganz kurz, ich dachte währenddessen, als ich es bezeugte, dass ich mich getäuscht haben könnte. Derart merkwürdig war das. Seltsam.

26.7.

Zum ersten Mal seit zwei Wochen das Grundstück verlassen. Und mir damit angeschaut, wie die sogenannte Welt dort draußen usw. Kaum saß ich dort – die Leute dort im kleinen Café waren ganz aufgeregt, man spricht jetzt von mehr als einhundert Litern Eiscreme, die sich täglich verkaufen lassen –, da kamen Heinrich und Willhelm. Und beide hatten ihr schlechtes Gewissen dabei, aber es war kein anderer Tisch mehr frei. So sieht es aus, wenn man als Mann keine Zähne mehr hat. Und ich spendierte ihnen das Lieblingsgetränk: zwei kleine Kaffee mit Milch und Zucker, und dachte mir: Na ja, dann konfrontiere ich sie im Gegenzug mit ihrer Situation und fragte: Na, wie ist das, wenn man in einer Gesellschaft lebt, die einen bloß noch wegstecken will; wenn man versteckt werden soll, weil es niemanden interessiert, wie das Leben zu Ende geht. Und das war s o interessant, weil insbesondere Willhelm mich dabei munter und auch streitlustig anschaute, und dann erzählte er mir eine Geschichte aus seinem Leben anno 1952 circa (er hatte bis zum Schluß mit seiner Mutter in Moabit zusammengewohnt). Und Heinrich, der ja immer als eine Art Pfleger oder Führer oder seines Bruders Hüter mit ihm auftritt, selbst aber auch nicht eben frischer wirkt, moderierte das Gespräch. Dann wurde es 17 Uhr und die beiden schauten geradezu panisch auf meine Armbanduhr und wollten sich eilig verabschieden. Heinrich: »Wir müssen los, jetzt gibt es Abendessen, da dürfen wir nicht zu spät kommen«. Und ich sagte: »Das kenne ich aus dem Krankenhaus. Um 6 muß man frühstücken, um 17 geht es ins Bett«. Und beide machten diese schälende Bewegung mit den Zungen in den ansonsten leeren Mundhöhlen. Und sagten unisono, und ohne Witz: »Geh ja nie in so ein Heim.« Und gingen.

25.7.

Eine Krähe ist ein sehr großes Tier. Wer nicht im Berliner Stadtgebiet lebt, macht sich vermutlich falsche Vorstellungen: Eine der Nebelkrähen hier ist gut so groß wie ein Huhn. Das ist jetzt freilich eine unklare Referenz, denn: Wer lebt denn schon noch zusammen mit lebendigen Hühnern? Und dazu bräuchte es das lebendige Exemplar (befedert): um die Massigkeit des von Federschichten bedeckten Brustkorbes einer Krähe zu ermessen, beispielsweise (man kriegt aber noch eine Ahnung davon, kurz vor dem Grillen, wenn man die gerupfte Haut des Hähnchens mit weicher Butter einschmiert).

Vielleicht ist meine Fantasie ja so und auf diese Weise entstanden: Krähe auf dem Rücken liegend (an sich schon eine Fantasie, weil man die so niemals sieht; die schlafen im Sitzen), mit kleinen Kartoffeln plus Rosmarin und brauner Sauce. Oder auf einem Bett von Pommes Frites. Ich kann nicht mehr an meinem Ofen vorbeigehen, ohne da eine Art von eigens produziertem GIF zu sehen: Da liegt die Krähe auf dem herausgezogenen Blech, Schnabel nach oben, Füße an den Leib gezogen, Leib knusprig: auf einem Bett von Pommes Frites.

Und ich schrecke zusammen, äußerlich sieht man das wohl nicht, es passiert in mir drinnen und denke: Ah! Und dazu Harissa.

Darüber erschrecke ich mich dann noch bei jedem Mal. Weil das offenbar meine einzige sogenannte menschliche Regung ist.

Der Gärtner trägt gelbe Lärmschutzkopfpolster zum grünen T-Shirt, während er seine Motorsense durch die Wiesen führt. Der hat’s gut!

24.7.

Eigentlich müsste das Ypsilon mein Lieblingsbuchstabe sein. Wo ich gehe, finde ich kleine und größere Astgabeln. Diejenigen, die ganz genau meiner Vorstellung eines Ypsilons entsprechend geraten sind, stecke ich ein und lege sie nachher zu den anderen auf die Fensterbank. Aber mein Lieblingsbuchstabe sieht anders aus. Ich kenne auch niemanden, dessen Vorname mit einem Ypsilon beginnt. Muss heißen: Kenne auch niemanden mehr.

Alles liegt wie unverrückbar hier, alles wird zum Exponat, kaum hinter meine Tür gebracht. Wie dieses Buch, das aufgeschlagen zwischen anderen liegt und dem ich, im Vorübergehen, flüchtig, einen Satz entnehme, den ich zwar kannte, aber nicht so, und dann sozusagen automatisch zurückkehren muss, um den ganzen Rest zu lesen. Eine Falle, wenn man so will, die ich mir selbst gestellt, denn wer hat denn dieses Buch dahin gelegt? Und darin steht, bekanntlich:

»Mit allen Augen sieht die Kreatur
das Offene. Nur unsere Augen sind
wie umgekehrt und ganz um sie gestellt
als Fallen, rings um ihren freien Ausgang.
Was draußen ist, wir wissen’s aus des Tiers
Antlitz allein; denn schon das frühe Kind
wenden wir um und zwingen’s, daß es rückwärts
Gestaltung sehe, nicht das Offne, das
im Tiergesicht so tief ist. Frei von Tod.«

Ein Boot, vermutlich, machte ein Geräusch wie mein Telefon, wenn es auf der weichen Unterlage meines Notizbuches liegt und mit dem Eingang einer SMS vibriert – täuschend ähnlich.

Ein Kirschblatt hatte drei große Löcher, Fraß vermutlich, durch deren sonnenlichtgrünen Passepartout ich das Blau des Himmels sehen konnte (wie in der Erfindungslegende der Brezel by the way) – ist das jetzt zu geschraubt; am I trying to hard, wie Irina einst es mir vorwarf, dabei aber retrospektiv argumentierend à la: Ich hatte gedacht, you are.

Und über allen offenen Wunden steht der Geruch von Blut, einer – natürlich –: mineralischen Note mit (für uns Menschen) extremer Sillage.

Und wenn man, wenn ich: so bin? In Wirklichkeit, im RL *setzt einen Gedankenstrich*, auf der Suche nach einem gelungenen Ausdruck, nein: dem gelungenen Ausdruck für jemandes Haar, las ich mich in Loslabern fest (ohne sic) und stellte erneut, wie vor einiger Zeit schon mit dem roten Buch, fest, dass irgendetwas – schwerwiegend klingt immer so dramatisch negativ, es klingt nach Krebs und weißen Blutkörperchen, aber es gibt wohl auch eine positive Konnotation – schwerwiegendes sich in mir getan haben muss, gehirnlich, denn selbst Loslabern, das ich seinerzeit nie ansprechend gefunden hatte, konnte mit einem Mal singen, war wohl erwachsen geworden. Oder halt ich.

Ich kann es – natürlich, wie ich mir innerlich gütig zunickend feststellen will – exakt beziffern, wann ich noch nicht erwachsen war (aber auch nicht mehr jugendlich, von daher aus altersfaschistoider Sicht, die mittlerweile jedem oktroiert scheint: in limbo): 1987. Da war ich nach Jahreszahlen knapp Jugendlicher und in dem Zeitraum war erschienen Kiss Me Kiss Me Kiss Me. Da muss man gar nicht groß synästhetisch veranlagt worden sein, um ermessen zu können, was das bedeutet haben mag. Es gab ja, um von Kriegszeiten zu erzählen, damals nur wenige Fachgeschäfte für Schallplatten, in denen ein sogenanntes Vorhören möglich war. Vorhörvorrichtungen wurden erst mit Rave und Techno eingeführt, als die Zahl der zunächst wöchentlich, dann aber bald täglich aus Detroit und Chicago und bald auch schon Frankfurt am Main und Berlin hinter der Mauer hereinbrandenden Maxisingles, 12inches (unter Technikern gesprochen) derart fluthaft sich gebärden sollte, vor allem White Labels darunter, dass es ohne eine Möglichkeit, da in der Rille zu forschen unmöglich geworden war, überhaupt noch Käufe zu tätigen; überhaupt noch so etwas zu entwickeln wie »eigenen Geschmack«.

Und so kaufte ich damals halt, wie andere ihren Liebling schüttelten, dieses Doppelalbum aufgrund dieser Fotografie dieser Lippen: unscharf. Aufgrund dieses Titels, in einer Art handgemalter Comic Sans: Kiss me Kiss me Kiss me. Vor allem aber natürlich und wegen der Band, The Cure, wegen Robert Smith. Zuhause dann, beim Anhören: Loyalitätskonflikte. Wörtlich: Darf ich das? Darf ich das gut finden? Mit jedem einzelnen Stück, besonders hart aber mit How Beautiful You Are war hier etwas zerbrochen worden, zerbrach, woraus zuvor die Verbindung der Freunde dieser Band zu ihrer Band bestanden hatte. Einfacher ausgedrückt: Das war nicht mehr dieselbe Band. Beziehungsweise: doch, aber jetzt ging es dieser Band scheinbar um etwas ganz anderes. Und das hieß anscheinend auch: um neue Freunde der Band.

Heute, ich bin jetzt 45 Jahre alt, kann ich mich vor so ziemlich jeden hinstellen und aussagen: Kiss me Kiss me Kiss me ist mein Lieblingsalbum von The Cure. Das ging lange Jahre nicht. Lange Jahre musste ich das insgeheim denken, das Album insgeheim gut finden. Es sogar: insgeheim hören. Vor allem How Beautiful You Are.

Erwachsenwerden ist anstrengend, es erfordert Verantwortung und Pflichtgefühl. Es macht dick und es macht alt. Aber es gibt halt auch gute Seiten.

How Beautiful You Are.

23.7.

Oh man, mir tun die Leute in Russland so leid! Das mit dem Embargo geht ja angeblich noch bis zum 8. August und das will und will ich mir eigentlich gar nicht mehr vorstellen müssen, wie sehr und derart diese mir lieben Russen doch leiden müssen bis dahin; bis nämlich sich endlich wieder die Schleusen öffnen werden dürfen und wir ihnen den gerechten Fisch (unter anderem) zwischen die ausgedorrten Kiemen spülen. Denn eins ist klar: Russischer Fisch ist Schrott! Ich weiß das, ich darf es so in den sogenannten Raum stellen, seit ich in unserem Supermarkt, der ja signifikanterweise eine russische Abteilung vorzuweisen sein Eigen nennt, die Konservendose beinhaltend die Sardinelle erstanden hatte.

Sardinelle — hier ist ein Quadritelstrich angebracht: Was soll das denn sein für ein Fisch? Halb Sardine, halb Forelle? Soweit das ginge: Bedeutete das einen Hybriden aus Süßwasser und Salzwasserfisch? Und wenn ja, wäre das denn dann der LEVIATHAN???

Wurscht übrigens, denn so schmeckt dieses Wesen »in eigenem Saft«: Es schmeckt wie Corned Beef, sieht aber anders aus (von daher das Ekelpotenzial). Und ich will eigentlich und lediglich vor zweierlei gewarnt haben:

1.) Den Doseninhalt nicht erwärmen.
2.) Den erwärmten Doseninhalt auf gar keinen Fall mit Okraschoten vermischen.
3.) Falls doch passiert: »Vitamin C« von Can anhören. Und zwar wieder und wieder. Die ganze Nacht.

Desweiteren:

(und hierbei lauschte ich »Vitamin C«)

Wie geht das wohl, als hätte ich es vergessen, wusste es aber wohl schon einmal: Wenn einen die eigene Frau im supersexy navyfarbenen Wickelkleid mit ultraweißen Paspeln anspricht und etwas wissen will bezüglich später, später also diesbezüglich, wenn diese andauernd klagendenen und berichtenden Kinder, der Offspring nämlich, dieser also endlich im sogenannten Bett – und er dann aber, weil es drängt, zuvörderst eine Frage hat bezüglich Müllabfuhr (wahlweise: Steuerberatung, Kindergeld, Elternabend – choose your battle). Wie also wird man sich daraufhin eine bis anderthalb Stunden später begegnen? Wie kriegt man das hin?

Und, weiter draußen: Meine Leute (die Enten, das Paar Blässhühner, die Schwäne mit den Schwanenjungen, die Haubentaucherweibchen), dass also die auf der Wasserfläche der kleinen Marina saßen und dort umherfuhren, was im Gegenlicht gegen den extremen Sonnenuntergang so aussehen musste wie: Einschüsse im davon angeleuchteten Zinn.

Haben die ein Problem?

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